David Moret – Meursault Les Narvaux 2007

David und seine Freunde

David Moret ist kein Winzer. Und obwohl er im Burgund umwerfend guten Chardonnay keltert, hat David keinen einzigen Rebstock zu pflegen. Stattdessen kauft er Jahr für Jahr Trauben, um daraus seinen Wein zu machen. David Moret ist Weinmacher. Ein Konzept das es öfter gibt im Burgund. Auch der heute legendäre Winzer Pierre-Yves Colin-Morey, hatte 2001 so angefangen und begann erst später, Most von eigenen Rebflächen zu vergären. Kaum jemand ist dabei so gut vernetzt wie David Moret, der in seinem scheinbar unerschöpflichen Bekanntenkreis jederzeit eine paar Kisten Trauben bester Lagen klarzumachen weiß.

Wie diesen Chardonnay zum Beispiel aus der Lage Les Narvaux, die immer mal wieder als ruhmvollste Lage des Burgund ohne Premier- oder Grand-Cru-Status bezeichnet wird. 13 Jahre ist der Wein alt und das merkt man. Um Missverständnisse auszuschließen: das darf man auch ruhig merken. Ein bisschen erinnert das Aroma an grünen Apfel, den man anschneidet und für drei Stunden liegen lässt. Außerdem grüne Walnuss, Marzipan, ungeröstete Mandel und eine ganz leichte malzige Note. Kein feiner Wein, eher kraftvoll und brachial. Aber auch unglaublich lang nachhallend, herrlich dicht. Mit einem leichten Grip1 versehen und aufregend wild, fast schon ungestüm.

Obwohl ich keine fortgeschrittenen Lagenkenntnisse im Burgund habe und es Autoren gibt, die Stilistiken einzelner Appellation, ja sogar spezifischer Parzellen, weitaus treffsicherer beschreiben können2 als ich, kann ich sagen, dass der Wein für mich nicht nach dem fetten, cremigen Klischee-Meursault schmeckt. Und obwohl David Moret einen nicht unwesentlichen Teil neuer Eichenfässer verwendet, habe ich kaum Holz geschmeckt. Durch die bissige Art, die eher kratzig3 als ölig ist, hätte ich das in einer Blindverkostung vermutlich eher nach Puligny-Montrachet oder Chassagne-Montrachet4 gesteckt. In Chassagne-Montrachet hat David Moret übrigens auch einige Parzellen. Oder besser gesagt seine Bekannten. David ist ja kein Winzer.

David Moret Meursault

  1. Mit Grip meine ich, dass der Wein förmlich am Gaumen haften bleibt, ein Mundgefühl das in erster Linie durch Gerbstoffe bedingt wird[]
  2. oder das zumindest vorgeben[]
  3. Auch das darf so[]
  4. zwei Orte, die zwar unweit von Meurault entfernt liegen, häufig aber tatsächlich vollkommen andere Stilistiken aufweisen[]
Paul Kern

Paul Kern

Editor in Schieflage bei Champagner & Schorle

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